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Mach’s gut, China / Take care, China

29.09.2015 Nateuy / Laos / N21°01’58.6“ E101°39’08.4“

Es tropft. Von den Bananenstauden, von unseren Nasen und Wangen. Die Tropen heißen uns willkommen. Wir fühlen uns umarmt von beinahe einhundert Prozent Luftfeuchtigkeit. Selbst mir, die ich seltenst schwitze, läuft das Wasser in Strömen den Körper entlang. Im südlichsten Zipfel Chinas fühlen wir uns Südostasien näher als China selbst. Es ist als gingen wir über eine Brücke. Am einen Ufer betraten wir die Brücke bei Trockenheit und fast mitteleuropäischem Klima. Beim Verlassen sind wir nun umgeben vom Zirpen und Zwitschern der Baumbewohner, vom Nebel der durch die Palmen zieht.

Ein seltsamer Morgen. Ein besonderer Morgen. Mit dem Wort „Abschied“ ist der Tag überschrieben. Fotos mit unserem Guide Andi. Fotos mit unserer Gruppe. Spürend, wie schnell der September verging, während wir uns gemeinsam durch China bewegten. Ich bin gespannt was vor mir liegt. Mit meinen Beinen in China, mit meinen Gedanken im Unbekannten. Im Nebel fast. Ich bin unentschlossen meinen Gefühlen gegenüber. Eine Idee von Laos habe ich nicht. Muss ich auch nicht. Ich werde es erfahren, erleben. Heute ist heute. Und heute ist China. Ich gehe nun, mit ein wenig Wehmut im Bauch. Darüber das Land mögen zu wollen. Doch das ist mir nur im Kopf gelungen. Im Herzen bedingt und im Bauch noch weniger. Mein Bauchgefühl war anderer Meinung. Warum, kann ich nicht wirklich in Worte fassen. Es ist wie es ist. China. Vielleicht tue ich dir Unrecht. Bestimmt komme ich wieder um nachzuschauen. Doch für heute sage ich nachdenklich: „Mach’s gut!“.

An der Grenze heißt es Warten. Kein Mensch ist da, der den Übergang versperren könnte. Einzig irgendwelche Bestimmungen der Armee sagen, dass wir noch bleiben sollen. Welche das sind, kann uns keiner erklären. Also gut. Wir warten. Zwei Stunden später können wir gehen, ohne dass irgendetwas gewesen wäre. Es geht nicht darum zu verstehen. Immer wieder. Mit dem Stempel im Pass gelten wir als ausgereist. Ich umarme Andi, ich winke ihm zu. Zum Abschied. Er war uns ein toller Begleiter, in jeder Situation! Er bleibt, wir gehen. Seine nächste Gruppe erwartet ihn. Auf uns wartet erst einmal nichts. Ein erhabenes Gefühl. Voller Freiraum der gefüllt werden kann. Einreisen nach Laos ist eine einfache Übung. Zwei Formulare ausfüllen, ein Passbild abgeben, 37 Dollar bezahlen und schon wird einem ein Visum in den Pass geklebt. Mit dreißig Tagen Gültigkeit. Hier braucht es Minuten, was anderswo nach Tagen verlangt. Die Sonne scheint. Das goldene Eingangstor strahlt uns entgegen. Der erste Eindruck: „Gut“. Unsere kleine Gruppe ist durch das Erleben in China zusammen gewachsen. So gehen sich die ersten Meter leichter gemeinsam. Gewohnheit ist eine Kraft die uns heute gut tut. Rituale schenken Vertrauen und Vertrautheit. Also machen wir es wie an jedem Abend in den letzten Tagen. Wir suchen einen Platz für uns. Zwei Motorräder, einen VW-Bus und einen LKW. Eine unrunde Truppe sind wir, die offensichtlich gerade darin ihre Stärke hat. Am Rand eines kleinen Dorfes kommen wir zum Stehen. Häuser stehen hier auf Stelzen. Aus Holz sind sie. Zähne werden am Straßenrand geputzt. Die Kinder im Wasserlauf neben der Straße gewaschen. Die Gesichter gefallen mir. Sie sind offen und klar. Die Leute gucken wer da angekommen ist. Doch sie tun es verstohlen und zaghaft. In Trauben um uns herum stehen tun sie nicht. Das war einmal. Heute können wir uns in aller Ruhe zu Fünft den vergangenen Wochen widmen. Wir wenden mental unsere Blicke noch einmal hinter uns im vollsten Bewusstsein Andis Lieblingsspruches: „Yesterday was a history. Tomorrow is a mystery. Today is a gift. We call it the present.“.

China, danke für deine Widersprüchlichkeit. Du hast mir damit meine Eigene deutlich gemacht. Widersprüche als Balance im Ganzen. Ich werde dich im Auge behalten! Mach’s gut!

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